Recht & Technik
Google Fonts und die DSGVO: warum wir Schriften selbst hosten
Google Fonts direkt vom Google-Server können eine Abmahnfalle sein. Warum das so ist und wie selbst gehostete Schriften das Problem sauber vermeiden.
Veröffentlicht am 21. Juni 2026
Auf einen Blick
- Google Fonts vom Google-Server übertragen beim Aufruf die Besucher-IP in die USA.
- Ein Gericht hat das ohne Einwilligung als Verstoß gewertet.
- Die saubere Lösung: Schriften lokal auf dem eigenen Server ausliefern.
- Wir hosten Schriften grundsätzlich selbst, ganz ohne Google-Aufruf.
Kurz gesagt: Werden Google Fonts direkt vom Google-Server geladen, wird beim Aufruf deiner Website die IP-Adresse jedes Besuchers an Google in die USA übertragen, ohne Einwilligung. Ein Gericht hat das als Verstoß gewertet. Die saubere Lösung ist einfach: dieselben Schriften vom eigenen Server ausliefern.
Wo das Problem liegt
Viele Websites binden Schriften bequem über einen Link zu Google ein. Der Haken: Bei jedem Seitenaufruf holt sich der Browser die Schrift direkt von Googles Servern und übermittelt dabei die IP-Adresse des Besuchers. Diese IP ist ein personenbezogenes Datum, und die Übertragung passiert, bevor der Besucher irgendetwas zustimmen konnte.
Das Urteil und die Folgen
Das Landgericht München I hat 2022 entschieden, dass diese Einbindung ohne Einwilligung das allgemeine Persönlichkeitsrecht verletzt. In der Folge gingen bei vielen Website-Betreibern Abmahnschreiben ein, die auf genau dieses Muster zielten. Das Thema ist seitdem ein Dauerbrenner, gerade weil es so viele Seiten betrifft, ohne dass es den Betreibern bewusst ist.
Die saubere Lösung: selbst hosten
Die Schriften müssen nicht von Google kommen. Man lädt die Schriftdateien einmal herunter und liefert sie direkt von der eigenen Website aus. Für den Besucher ändert sich nichts, die Seite sieht identisch aus. Es wird nur beim Laden nichts mehr an Google gesendet.
Genau so machen wir es bei jeder Website: Schriften kommen grundsätzlich vom eigenen Server. Das ist Teil unseres datensparsamen Ansatzes und kostet keinen Aufpreis.
Nicht nur Schriften
Das gleiche Prinzip gilt für alles, was beim Seitenaufruf von fremden Servern nachgeladen wird: eingebettete Karten, Videos von externen Plattformen, Skripte von Drittanbietern. Jede dieser Einbindungen kann Besucherdaten an Dritte übertragen. Deshalb halten wir die Zahl externer Dienste bewusst klein und binden nur ein, was wirklich gebraucht wird.
Fazit
Google Fonts sind nicht der Feind, das dynamische Nachladen vom Google-Server ist das Problem. Wer Schriften selbst hostet, umgeht die Sache ohne Komfortverlust. Eine Rechtsberatung ist das hier nicht, aber ein Punkt, den man bei einer sauberen Website einfach von Anfang an richtig macht. Mehr Grundlagen findest du unter DSGVO für kleine Websites.